Die Kultur der Erdbeere

– eine kleine Anleitung –

Botanik

Die Erdbeere ist eine krautartig wachsende Pflanze, die ihre Frucht in der Nähe des Bodens trägt. Daher hat sie ihren deutschen Namen. Botanisch wird sie als Fragaria bezeichnet. Diese Gattung umfasst mehrere Arten, von denen uns eigentlich nur die Kulturerdbeere, botanisch Fragaria x ananassa, interessiert. Allenfalls kennt man noch die Wald- oder Monatserdbeere, botanisch Fragaria vesca. Die heutigen Kultursorten sind in der Regel zwittrig, d. h. eine Bestäubung ist immer gesichert. Neben den einmaltragenden Sorten gibt es insbesondere für den Liebhaberanbau auch mehrmals- oder besser zweimaltragende Sorten.

Das Pflanzgut

Ordnungsgemäß von einem der deutschen Vermehrungsbetriebe (siehe Näheres auf der Rückseite) angezogenes und entweder direkt oder über Garten -Center, Fachgeschäfte, Baumschulen usw. vertriebenes Pflanzgut wird in zwei Formen angeboten: einmal als sogenannte Grünpflanzen und zum anderen als sogenannte Topfpflanzen. Grünpflanzen sind in wasserundurchlässigen Kunststoffbeuteln verpackt, wodurch eine lange Frischhaltung gewährleistet ist. Topfpflanzen sind wie der Name sagt in einem Erd- oder Torfsubstrat angezogen, haben also einen Wurzelballen, und werden in der Regel in Kunststoffbehältern oder Kartons verpackt.

Gute Pflanzen haben eine kräftige Herzknospe, mindestens drei voll entwickelte Blätter und ein gut verzweigtes Wurzelwerk bzw. bei Topfpflanzen einen gut durchwurzelten Ballen.

Kulturdauer

Die Erdbeerpflanze ist ein ausdauerndes Gewächs. Dennoch sollte die maximale Kulturdauer drei, bei leichten Böden zwei Jahre, nicht überschreiten, da bei längerer Kultur Wüchsigkeit, Ertrag und vor allem Beerengröße abnehmen. In klimatisch günstigen Lagen und bei früher Pflanzung wird vielfach auch eine einjährige Kultur bevorzugt, weil hierbei die beste Beerenqualität bei leichtem Pflückaufwand erreicht wird.

Bodenansprüche und Bodenvorbereitung

Die heutigen Erdbeersorten gedeihen auf praktisch allen Gartenböden. Die Bodenreaktion sollte im neutralen bis schwach sauren Bereich liegen. Von großer Bedeutung ist eine gute Versorgung mit Humus in welcher Form auch immer z.B. gut verrottetem Stallmist, Torfmull, Kompost. Besonders praktisch in der Anwendung haben sich die heute im Handel erhältlichen abgepackten Humusdünger erwiesen, über die Sie Ihr Lieferant gerne informieren wird. Als Vorfrucht sollte eine Kultur gewählt werden, die rechtzeitig zum Pflanztermin der Erdbeere abgeerntet ist (z.B. Frühkartoffeln, Hülsenfrüchte).

Das für Erdbeeren vorgesehene Land sollte tunlichst mindestens 14 Tage vor der Pflanzung unter Einbringung des Humusdüngers tief umgegraben werden, damit sich der Boden bis zur Pflanzung absetzen kann (über weitere Düngung siehe besonderen Absatz).

Pflanzzeit

Die beste Pflanzzeit für Erdbeeren sind die Monate ab Ende Juli, August und September, bei günstiger Witterung ist auch noch eine Pflanzung bis Mitte Oktober möglich. Bei versäumter Herbstpflanzung kann auch noch im Frühjahr, also etwa April gepflanzt werden. Generell gilt: je früher man pflanzt, desto höher ist im ersten Ertragsjahr die Ernte. Eine Begrenzung erfährt diese Regel einmal dadurch, dass die Vorkultur erst abgetragen sein muss und zum anderen dadurch, dass die junge Erdbeerpflanze, die man setzen will, erst ausreichend kräftigheranwachsen muss. Moderne Kulturmethoden in unseren Vermehrungsbetrieben, insbesondere die Anzucht als Topfpflanzen, erfüllen heute aber weitgehend alle Terminwünsche.

Pflanzung und Pflanzabstand

Nachdem Sie Ihre Pflanzen gekauft haben, sollten Sie sie auspacken, bei Grünpflanzen die Beutel öffnen und, wenn Sie nicht sofort zum Pflanzen kommen, die Pflanzen befeuchten und kühl lagern. Vor der Pflanzung sind die Pflanzen mit den Wurzeln kurz in Wasser zu stellen, auch die Topfballen sollten voll durchfeuchtet sein. Danach unmittelbar pflanzen.

Als Pflanzabstand wird man bei einer einjährigen Kultur eine engere Pflanzweite wählen, etwa einen Reihenabstand von 50 cm und einen Abstand in der Reihe von 20 cm. Auch eine Pflanzung im Dreiecksverband ist denkbar, bei einer größeren Anlage könnte man auch im Wechsel zwei Reihen mit einem engen Reihenabstand von vielleicht 40 cm wählen, sodann als Pflückweg einen größeren Abstand von vielleicht 60 cm. Bei einer mehrjährigen Kultur sollte der Reihenabstand 60 bis 80 cm betragen bei einem Abstand in der Reihe von etwa 25 cm.

Das Pflanzloch muss so tief sein, dass die Wurzeln ohne Stauchung in ihm Platz finden. Die Pflanze ist so zu setzen, dass sich das Herz in Höhe der Erdoberfläche befindet (siehe Zeichnung). Die Pflanzen fest andrücken.

Nach der Pflanzung kräftig angießen und bei anhaltender Trockenheit morgens und abends wässern, nicht nur leicht überbrausen. In der Periode des Anwachsens (etwa 10 bis 14 Tage) sollte der Boden nicht austrocknen.

Düngung

Schon vor der Pflanzung ist breitwürfig die Einbringung von 6 bis 8 kg je 100 m2 eines im Handel erhältlichen Erdheer-Volldüngers als Vorratsdünger erforderlich. Gründlich einarbeiten. Bei der mehrjährigen Kultur ist die gleiche Menge dann in jedem Jahr jeweils nach der Ernte in einer Gabe breitwürfig auszustreuen.

Pflegemaßnahmen

Die Erdbeerpflanzung ist tunlichst das ganze Jahr durch Hacken unkrautfrei zu halten, der Boden flach zu lockern. Vor Beginn der Ernte empfiehlt es sich, die jungen Fruchtstände mit Stroh, Holzwolle oder auch Folie zu unterlegen. Die Früchte bleiben dann trocken und sauber und auch der Befall durch die Fruchtfäule wird gemildert. Während der Kultur muss in Trockenperioden die Erdbeerpflanzung gegossen werden. Bei mehrjähriger Kultur sollten möglichst gleich nach Beendigung der Ernte die Ranken entfernt werden. Sie mindern den Ertrag. Dann wieder den Boden lockern bis zur Winterruhe. Tiefes Umgraben ist zu vermeiden. Eine Winterauflage von Stallmist bringt für die Kultur keine Vorteile und ist bei den heutigen Sorten als Winterschutz nicht erforderlich. Sehr häufig wird darüber diskutiert, nach der Ernte nicht nur die jungen Ranken zu entfernen, sondern auch die alten Blätter der stehenbleibenden Pflanzen abzuschneiden. Es gibt hier unterschiedliche Erfolge je nach der anschließenden Witterung. Bei guten Bedingungen erreicht man mit dem Neuaustrieb aus den Herzknospen einen sehr schönen wüchsigen Bestand.

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